Wenn man wie wir ein nicht ganz so alltägliches Leben führt, gerät man offenbar leicht in den Fokus irgendwelcher Forscher. So geschehen letztes Jahr, als Mami an einer Studie der Uni Essen-Bochum teilnahm, und so nun erneut geschehen. :-)
Vor einigen Tagen hatten wir hier eine junge, sehr nette Deutsche zu Besuch, die erst meinen Mann und dann mich rund anderthalb Stunden für ihre Dissertation über "Deutsche in England" interviewte. Da ich mich im Studium zumindest rudimentär mit empirischer Sozialforschung beschäftigt habe und daher um die Wichtigkeit von "repräsentativen" Studien weiß, frozzelte ich direkt zu Beginn, sie müsse aber viele, viele Deutsche interviewen, um uns Ausreißer in einen repräsentativen Zusammenhang zu bringen.
Doch sie beruhigte mich und meinte, sie würde nicht mit repräsentativen Befragungen arbeiten. Ihr Glück! :-)
Interessant finden wir solche Begegnungen, die oft tatsächlich über Facebook zustande kommen, allemal. Nach dem Interview, in dem wir über unsere Motivation berichteten, nach England gekommen zu sein, saßen wir dann noch weitere zwei Stunden bei Kaffee und Kuchen zusammen und quatschten.
Es ist merkwürdig, aber wahr, und ich hätte dies nie für möglich gehalten: wenn man nur lange genug aus seinem Heimatland weg ist, fängt man tatsächlich wieder damit an, sich mit anderen aus der Heimat "zusammenzurotten".
So gründet sich in unserer Stadt angeblich auch gerade ein deutscher Stammtisch, und m Wochenende treffen wir eine deutsch-englische Familie, wobei ich die deutsche Mutter bei Lidl an der Kasse kennengelernt habe.
So viel zu unserem Deutsch- oder Nicht-Deutsch-Sein. Erst wenn man von zu Hause weggeht, stellt man fest, wie deutsch man doch ist :-)
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Freitag, 7. August 2015
Samstag, 12. Juli 2014
Bildungsreisen
Meine treuen Leser werden bemerkt haben, dass seit dem letzten Eintrag schon wieder einige Zeit vergangen ist.
Kein Wunder - denn wir waren auf Reisen!
Zuerst drei Wochen im wunderschönen Südfrankreich, und dann gleich noch zwei Wochen in "good old Germany".
Zu berichten gibt es von den beiden Reisen so viel, dass ich mich nur auf ein paar Stichworte beschränke.
In den (Vor-)Pyrenäen sind wir vor allem auf Ritters Pfaden gewandelt. Drei ehemalige Katharerburgen haben wir mit unseren schwertbehängten Kindern erklommen. Die Schwerter haben wir im geschichtsträchtigen Carcassonne erworben.
In einem der Burg-Shops bestand J. (7) schließlich darauf, ein französisches (!) Buch über Greifvögel zu erwerben. Doch noch spannender als die Bilder im Buch waren die Geier, die sich nach ein paar Tagen des Wartens über unserem Ferienhaus blicken ließen. Den Dorf-Ornithologen, von dem unsere Vermieter schwärmten, haben wir aber leider verpasst.
Apropos Französisch: die ersten französischen Worte hatte unser "Großer" rasch aufgeschnappt und sagte bei jeder passenden Gelegenheit "Voilà". Auch Papi befragte während der Autofahrten eifrig Mami nach neuen, auf Straßenschildern vorbeifliegenden Vokabeln.
Und als - schon wieder zu Hause - bei einem Vorbereitungsspiel die Franzosen Fußball spielten, sagte mein "Großer" treuherzig: "Mama, deine Mannschaft spielt jetzt gleich."
Bei einer Einladung unserer Vermieter durften unsere Kinder dann auch noch Wachteln streicheln (die Wachteleier hatten wir vorher schon spendiert bekommen). Die selbstgemachte Wildschwein-Pastete (jaja, vom Hausherrn selbst geschossen!) haben sie aber verschmäht.
Im australischen Zoo in Carcassonne bestaunten wir große und kleine Kängurus. Über diese Tiere gab es in der Tat spannende Sachen zu lernen, so zum Beispiel, dass Kängurus drei Kinder gleichzeitig großziehen können: eins außerhalb des Beutels, eines im Beutel und das Dritte - als "ruhende" Schwangerschaft (die zum passenden Zeitpunkt "gestartet" werden kann) im Mutterleib.
Unsere darauf folgende Strandwoche stand dann ganz im Zeichen der Buddelarbeiten. Papi und Söhne waren jeden Tag dabei zu beobachten, wie sie ihre Hafenanlage hartnäckig gegen die anrollenden Wellen befestigten - doch das Meer war stärker.
In Deutschland schließlich sahen wir uns nach einem heftigen Sturmschaden mit Freunden zu ermäßigten Preisen die ZOOM Erlebniswelt in Gelsenkirchen an. Der naturnah angelegte Zoo ist wirklich sehenswert. Und er ist so groß, dass wir trotz mehrerer abgesperrter Bereiche locker einen ganzen Tag dort verbringen konnten.
Kein Wunder - denn wir waren auf Reisen!
Zuerst drei Wochen im wunderschönen Südfrankreich, und dann gleich noch zwei Wochen in "good old Germany".
Zu berichten gibt es von den beiden Reisen so viel, dass ich mich nur auf ein paar Stichworte beschränke.
In den (Vor-)Pyrenäen sind wir vor allem auf Ritters Pfaden gewandelt. Drei ehemalige Katharerburgen haben wir mit unseren schwertbehängten Kindern erklommen. Die Schwerter haben wir im geschichtsträchtigen Carcassonne erworben.
In einem der Burg-Shops bestand J. (7) schließlich darauf, ein französisches (!) Buch über Greifvögel zu erwerben. Doch noch spannender als die Bilder im Buch waren die Geier, die sich nach ein paar Tagen des Wartens über unserem Ferienhaus blicken ließen. Den Dorf-Ornithologen, von dem unsere Vermieter schwärmten, haben wir aber leider verpasst.
Apropos Französisch: die ersten französischen Worte hatte unser "Großer" rasch aufgeschnappt und sagte bei jeder passenden Gelegenheit "Voilà". Auch Papi befragte während der Autofahrten eifrig Mami nach neuen, auf Straßenschildern vorbeifliegenden Vokabeln.
Und als - schon wieder zu Hause - bei einem Vorbereitungsspiel die Franzosen Fußball spielten, sagte mein "Großer" treuherzig: "Mama, deine Mannschaft spielt jetzt gleich."
Bei einer Einladung unserer Vermieter durften unsere Kinder dann auch noch Wachteln streicheln (die Wachteleier hatten wir vorher schon spendiert bekommen). Die selbstgemachte Wildschwein-Pastete (jaja, vom Hausherrn selbst geschossen!) haben sie aber verschmäht.
Im australischen Zoo in Carcassonne bestaunten wir große und kleine Kängurus. Über diese Tiere gab es in der Tat spannende Sachen zu lernen, so zum Beispiel, dass Kängurus drei Kinder gleichzeitig großziehen können: eins außerhalb des Beutels, eines im Beutel und das Dritte - als "ruhende" Schwangerschaft (die zum passenden Zeitpunkt "gestartet" werden kann) im Mutterleib.
Unsere darauf folgende Strandwoche stand dann ganz im Zeichen der Buddelarbeiten. Papi und Söhne waren jeden Tag dabei zu beobachten, wie sie ihre Hafenanlage hartnäckig gegen die anrollenden Wellen befestigten - doch das Meer war stärker.
In Deutschland schließlich sahen wir uns nach einem heftigen Sturmschaden mit Freunden zu ermäßigten Preisen die ZOOM Erlebniswelt in Gelsenkirchen an. Der naturnah angelegte Zoo ist wirklich sehenswert. Und er ist so groß, dass wir trotz mehrerer abgesperrter Bereiche locker einen ganzen Tag dort verbringen konnten.
Montag, 10. Juni 2013
Heimweh und andere Sitten
In einem heftigen Anflug von Heimweh (weil Papi auf Geschäftsreise nach Deutschland fährt) habe ich mir gestern mit J. darüber Gedanken gemacht, was in England alles anders ist als in Deutschland. Und wir haben eine ganz ordentliche Liste zusammenbekommen.
- die Leute sprechen anders (was J. voll doof fand!)
- die Briefkästen sind rot
- der Kochschinken schmeckt hier nicht
- der Toast schmeckt anders
- die Autos fahren auf der anderen Seite
- die Autos haben das Lenkrad auf der anderen Seite
- die Engländer haben eine Königin
- die Engländer wohnen auf einer Insel
- die Butter ist gesalzen
- die Leute haben keine Familiennamen an der Tür
- der Postbote klopft an die Tür, weil wir (noch) keine Türklingel haben
- die Leute stellen sich mit Vornamen vor
- die Eiswürfel sind anders
- die Würstchen schmecken anders
- die allermeisten Spielplätze haben keinen Sandkasten
- man muss beim Über-die-Straße gehen in die andere Richtung gucken (das fällt sogar Mami schwer!)
- die Leute dürfen überall Fahrrad fahren, außer auf Autobahnen (d.h. auch auf zweispurigen, Bundesstraßen-ähnlichen Straßen! Es macht aber kaum einer - wen wundert´s?)
- die Häuser und Gärten sind winzig, die Parks und Grünflächen riesig
Was schließe ich daraus?
Die Wahrnehmung meines Sohnes ist stark von sinnlichen Genüssen und Autos geprägt ;-)
- die Leute sprechen anders (was J. voll doof fand!)
- die Briefkästen sind rot
- der Kochschinken schmeckt hier nicht
- der Toast schmeckt anders
- die Autos fahren auf der anderen Seite
- die Autos haben das Lenkrad auf der anderen Seite
- die Engländer haben eine Königin
- die Engländer wohnen auf einer Insel
- die Butter ist gesalzen
- die Leute haben keine Familiennamen an der Tür
- der Postbote klopft an die Tür, weil wir (noch) keine Türklingel haben
- die Leute stellen sich mit Vornamen vor
- die Eiswürfel sind anders
- die Würstchen schmecken anders
- die allermeisten Spielplätze haben keinen Sandkasten
- man muss beim Über-die-Straße gehen in die andere Richtung gucken (das fällt sogar Mami schwer!)
- die Leute dürfen überall Fahrrad fahren, außer auf Autobahnen (d.h. auch auf zweispurigen, Bundesstraßen-ähnlichen Straßen! Es macht aber kaum einer - wen wundert´s?)
- die Häuser und Gärten sind winzig, die Parks und Grünflächen riesig
Was schließe ich daraus?
Die Wahrnehmung meines Sohnes ist stark von sinnlichen Genüssen und Autos geprägt ;-)
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